Die Kirche von Niederroßla
Am 10.03.2002 wurde mit einem feierlichen
Gottesdienst die
Niederroßlaer
Kirche nach ca. zweijähriger Bauzeit wiedereröffnet. Nach anfänglich
geplanter Dachstuhlreparatur mußte die Kirche einer Generalsanierung
unterzogen werden, da im gesamten Bauwerk Schwammbefall festgestellt wurde.
Die Baumaßnahmen stellten eine der umfangreichsten Sanierungen dar, welche
sich die Kirche seit ihrer Einweihung 1721 unter Herzog Wilhelm Ernst
unterziehen mußte. Der Vorgängerbau war 1656 abgebrannt.
Die folgenden Bilder sollen einen kleinen Überblick über die Sehenswürdigkeiten des Bauwerkes geben:
Der
Altar ist vierstufig aufgebaut. Die unterste Etage mit dem Altar und
dem Bild vom letzten Abendmahl Christi vor seiner Kreuzigung
thematisieren das Heilige Abendmahl. Die zweite Etage ist durch die
Kanzel und die zwei
gegenübergestellten, lebensgroßen Figuren geprägt. Unter dem Baldachin
der Kanzel ist zum Zeichen des Heiligen Geistes eine Taube angeordnet.
Weiter sieht man den auferstandenen Christus mit dem Siegeskreuz (da
er den Tod besiegt hat) und Moses mit dem Hirtenstab und den
Gesetzestafeln mit den 10 Geboten vom Berg Sinai.
Die dritte
Etage zeigt das Bild der Kreuzigung Christi und die Figuren der
Barmherzigkeit (rechts) und der Hoffnung (links mit Hoffnungsanker). In der
obersten Etage halten zwei Engel unter dem Bild vom Weltgericht des
wiedergekommenen Christus ein Band mit dem Spruch "Ehre sei Gott in der
Höhe"
An der Westseite der Kirche (gegenüber dem
Altar) erblickt man ein Kruzifix mit einer Tafel der Gefallenen des letzten
Weltkriegs.
Weiter oben sieht man den aufragenden
Orgelbau, welcher mit musizierenden Engelsfiguren und einem Brustbild von
Herzog Ernst August geschmückt ist. An dieser Orgel spielte
Johann Gottlieb Töpfer
(1791 - 1870) als Organist des Ortes. Er
war ein herausragender Kirchenmusiker des 19. Jahrhunderts, später Organist
an der Weimaer Stadtkirche St. Peter und Paul, den Goethe, Franz Liszt und
Richard Wagner bewunderten. Einmalig bleibt sein Verdienst für den Orgelbau,
den er durch die grundlegende Erforschung der Mensuren - der Untersuchung
der Orgelpfeifen hinsichtlich ihrer Maße, um den Zusammenhang zwischen Ton
und Form zu finden - auf eine wissenschaftliche Grundlage stellte.

Geschichtlich ist noch zu erwähnen, daß der der Leichnam des Großherzogs Carl August am 20. und 21. Juni 1828 in dieser Kirche aufgebahrt wurde. Auch ein früher Vorfahre des Dichters Jochen Klepper (1903 - 1942), Friedrich Klepper, weilte1415 als Pfarrer in Niederroßla.
Diese Bilder können aber nur einen ungefähren Eindruck von der wahren Schönheit und Würde dieser Kirche vermitteln. Am Besten schaut man das Original an - in Niederroßla